Landesvorsitzender Bayern: Jeder Werbeprospekt realitätsnäher als das Wirtschaftsprogramm der #piraten

So langsam bekommt man das Gefühl, Bayern entwickelt zum Rest der Piraten ein ähnlich ambivalentes Verhältnis wie die CSU zur CDU. Insbesondere der Landesvorsitzende Stefan Körner stellt gern Vorwürfe auf personeller und inhaltlicher Ebene in die Runde (siehe Kategorie “Körner”). Diesmal lässt er sich auf dem gerade laufenden Bundesparteitag per Spiegel wie folgt zitieren:

“Wir werden dafür gewählt, dass die Leute ihre Unzufriedenheit mit der bestehenden Parteienlandschaft äußern können. Meinetwegen können alle Anträge zum Wirtschaftsprogramm abgelehnt werden, weil wir mit Sicherheit nicht morgen als die Partei mit der wirtschaftspolitischen Kompetenz wahrgenommen werden. Da stehen sowieso nur Phrasen drin, jeder Werbeprospekt ist realitätsnäher.”

Er kündigte sein Interview an:

Das mit dem Werbeprospekt wiederum wirft ein ganz anderes Licht auf die von Alexander Morlang orchestrierte (Loriot-)Sitzung des Ausschusses für Digitale Verwaltung, Datenschutz und Informationsfreiheit in der er Staatssekretär Statzkowski das Lesen eines Werbeprospektes vorwirft:

Aber das hier ist nicht das Plenum, wo man mit Zwischenrufen auffällt und sich maximal profiliert. Wir wollen hier auch noch ein bisschen arbeiten. Und wenn hier unbedingt dazwischen geredet werden muss und unbedingt nebenbei noch Werbeprospekte für Jeans angeguckt werden müssen, kann man vielleicht mal gucken, ob es jemand anderes macht.


Kommentare

3 Kommentare zu Landesvorsitzender Bayern: Jeder Werbeprospekt realitätsnäher als das Wirtschaftsprogramm der #piraten

  1. unfassbar meinte am

    Gibt es bei den Piraten eigentlich irgendeinen, der nicht nur ne Twitter-Attention-Whore ist sondern mal vernünftige Politik machen will?
    Bisher scheinen das alle nur als Sprungbrett für eine Selbstinszenierung zu nutzen.

  2. frage meinte am

    Das Problem beim BPT sind wohl eher a) zu viele NRW-Piraten, sie hattens ja nicht so weit, und b) Dumpfbacken, die es weder hinbekommen, die eigentlich vorgesehen Anträge zu bearbeiten, noch ihre eigene Reihenfolge, die aber trotzdem auf keinen Fall die ständige Mitgliederversammlung wollen. Was wollen sie denn? Trollen, und dann auch ohne Programm bitte gewählt werden, das dann schon. Wie lange wurde der PT vorbereitet? Warum sollte man überhaupt während eines laufenden Parteitags GO oder TO verändern? Das kann man doch vorher machen. Der größte Knaller dann ein marktgläubiges Wirtschaftsprogramm, weil der Markt ja immer alles so toll regelt, und “nationalstaatliche Identitäten”, nicht etwa regionale, das könnte man ja noch diskutieren. Aber der deutsche Nationalstaat ist gerade mal 200 Jahre alt, künstlich und nichtssagend. Da frag ich mich schon, wer kommt denn mit sowas an und warum ist er/sie Pirat, und kann man sich nicht wenigstens mal eine Stunde einlesen in die Debatten um solche Punkte, bevor man sich sowas ins Programm schreibt bzw. wählt. Ohne SMV wirds nicht gehen, das zumindest zeigt der BPT.

  3. ldeora meinte am

    Der größte Knaller dann ein marktgläubiges Wirtschaftsprogramm, weil der Markt ja immer alles so toll regelt

    Danke. “Freie” (also deregulierte) Märkte wollen die Piraten auch auf das Internet übertragen. Wir haben ja gesehen, was passiert, wenn Banken tun und lassen können, was sie wollen. Nun sollen also Internet-Konzerne dereguliert und frei tun können, was wie wollen. Da hilft natürlich die Deregulierung im Bereich Urheberrecht. Nicht, dass da etwa der kleine Mann gewinnen würde. Nein. Es sind die Starken, die davon profitieren würden.

    Auch wenn einem Piraten die Überschrift weh tun wird: hier wird das zusammengefasst:

    http://thetrichordist.com/2012/11/21/giving-thanks-for-creators-rights-and-copyright/

    Was die FDP für die Energie-Branche, Banken und sonstige Konzerne ist, sind die Piraten für Internet-Konzerne.

Hinterlasse eine Antwort

Weitere Informationen

Suche

PopcornPiraten

  • … eine kuratierte News-Sammlung zur Piratenpartei.

Archiv

Kategorien