Wie man die BILD übertrumpft und es »argumentative Glosse« nennt.

Birgit Rydlewski, die schon mehrfach durch ihren offenen Umgang mit Twitter in der Presse verspottet wurde, hat mit ein paar Tweets die Diskussion um sich neu entfacht: Da wird zum einen in “Du darfst an mir lecken, wo Du willst, aber Du darfst es nicht twittern” eine Fortsetzung der “Sex-Twitterei” gesehen, zum anderen erhitzt sie die Gemüter mit Tweets aus dem Landtag, in denen sie über Müdigkeit klagt.

Während in der Presse und im Landtag skandalisiert wird, stellen sich Parteikollegen wie Klaus Peukert aus dem Bundesvorstand hinter sie:

Doch im weiten Land sieht es anders aus. Radbert Grimmig titelte in bester BILD-Manier für “KOMPASS – Die Piratenzeitung” im mittlerweile wieder gelöschten Artikel “Porno-Rya tanzt mal wieder auf dem Boulevard”. Der “Artikel” ist noch im Google-Cache und als Screenshot auf Twitpic einsehbar:

@_Rya_  on Twitpic

In der BILD hat man es auch nicht schärfer gemacht:

Sie hat´s schon wieder getan: Während der Landtag am Mittwoch über den Haushalt debattierte, twitterte „Sex-Piratin“ Birgit Rydlewski (42) ganz ungeniert Schlüpfrigkeiten in alle Welt hinaus.

Die Diskussion um den KOMPASS-“Artikel” nimmt nun wiederum ihren eigenen Lauf:

Gegenwind kommt aber auch von Nicht-Piraten:

Der Schreiber des Artikels findet:

Na dann: Auf mehr argumentative Glossen.


Kommentare

5 Kommentare zu Wie man die BILD übertrumpft und es »argumentative Glosse« nennt.

  1. egal meinte am

    Piraten – damit Politik endlich wieder langweilig wird. Der Parteitag war wohl auch langweilig:
    http://www.welt.de/politik/ausland/article110837967/Landesparteitag-der-Piratenpartei-Thueringen.html

  2. Das “Problem”, auf dem derzeit viele gern ihr eigenes Süppchen kochen, ist der Zusammenfall der (“privaten”) Person und der (*offentlichen”) Funktion durch die sozialen Medien.

    Damit hat unsere Kultur keine Erfahrung, sämtliche Gepflogenheiten des (öffentlichen und privaten) Umgangs basieren auf dieser Trennung.

    Die Piraten sind die ersten, die sich nicht darum scheren, dass es da keinen etablierten “Usus” gibt – die trotzdem “teilhaben” wollen, wo es halt geht. Auch, indem man eine Partei wird, bzw. diese alte, aber nun mal herrschende Form von – wenn auch suboptimaler – Teilhabe nutzt.

    Klar, dass sie damit Anlässe ohne Ende bieten, in Spott und Häme über die “nicht ernst zu nehmenden” herzufallen. Alle, die hier wohlgemut einstimmen, sind im Grunde bestens bedient mit den sogenannt “etablierten Parteien”. Mit Politikern, die – auch wenn man sie nachts aus dem Schlaf reisst- sofort ausgewogene, nichtssagende, wohl abgesicherte Statements abgeben…

    Dann aber bitte nicht beschweren über das, was dabei als Politik heraus kommt!

  3. JMCQ87 meinte am

    Was soll denn an dem Artikel so falsch sein? Gut, die Überschrift ist halt wie von allen kritisiert wird “Boulevard”, aber mit dem Kerninhalt, also dem letzten Satz, will sich dann wohl keiner der Parteioberen auseinandersetzen…

  4. Radbert grimmig meinte am

    Wenn man die Argumente finden möchte, muss man schon mal in den Inhalt gucken.

    Mit der zugegeben harten Headline habe ich veranschaulicht, was als nächstes vom Boulevard kommen wird, wenn die Mandatsträger und Exponenten der Piraten nicht jetzt sofort kapieren, dass alles, was sie tun, auch PR ist. Und wie Medien funktionieren. Und dass es in ihrer Kern-Verantwortung liegt, das zum Nutzen unserer Themen einzusetzen. <a href=http://kompass.im/2012/08/die-strafanzeige-nicht-besonders-glucklich/" Ich hab's vorher schon mehrfach auf harmloserem Wege zu verdeutlichen versucht.

    Das Gute daran ist, dass ich im Unterschied zu denen höchstens innerparteilich stattfinde – wenn überhaupt – während die Medienöffentlichkeit sich für meine Hirnfürze einen Scheißdreck interessiert.
    Man kann sich über die Mechanismen des Boulevard echauffieren, man kann seinen Sexismus verurteilen. Bitteschön. Kratzt den gar nicht. Der Himmel ist blau. Wasser ist nass.

    Oder man kann seine altbekannten Mechanismen für unsere Zwecke einsetzen. Gelungenes Beispiel: Der Oben-ohne-Fake für das Refugee Camp

    Dazu muss man allerdings die obigen Fakten verstehen und alsdann seine Birne benutzen. Das ist natürlich schon etwas komplizieter und anstrengender als gedankenlos vor sich hin zu twittern.

    Es bringt aber auch mehr.

  5. Pingback: Post, Privacy und Politiker | Die datenschutzkritische Spackeria

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